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Medikamente fehlen

Zeit zu handeln

Lieferengpässe bei Medikamenten treten in letzter Zeit gehäuft auf und sind ein großes Ärgernis für Patienten und Apotheker. Wesentlicher Grund: Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen – und das, obwohl die Rücklagen der Gesetzlichen Krankenkassen und des Gesundheitsfonds derzeit rund 31 Milliarden Euro betragen. Um Ihnen als Patient die Hintergründe zu erläutern, finden Sie hier einige Informationen.

Wie ist der aktuelle Stand?

Immer mehr Medikamente sind derzeit nicht lieferbar. Das ist sehr unbefriedigend für alle Beteiligten – insbesondere für Sie als Patienten, die vermehrt unter der Situation zu leiden haben. Für über 90 Prozent der Apotheker gehören Lieferengpässe zu den größten Ärgernissen in der Berufsausübung. Diese Zahl ist in den letzten Jahren rasant gestiegen: So lag die Quote 2016 noch bei rund 35 Prozent.

Warum gibt es Lieferengpässe?

Lieferengpässe entstehen vor allem, weil viele Wirkstoffe aus Kostengründen inzwischen nur noch von wenigen Unternehmen im Ausland produziert werden, insbesondere in Asien. Fällt eine Produktion aus, hat das Auswirkungen auf den weltweiten Arzneimittelmarkt und damit auf die Lieferfähigkeit der Medikamente.

Was sind die Ursachen?

Speziell in Deutschland sind Lieferengpässe auch auf die Rabattverträge zurückzuführen: Krankenkassen schreiben jedes Jahr Wirkstoffe aus und nur die günstigsten Anbieter erhalten den Zuschlag. Unternehmen, die den Zuschlag nicht bekommen, steigen häufig aus der Produktion aus, da alles andere unwirtschaftlich wäre.
Konsequenz: Für den ausgeschriebenen Wirkstoff bleiben nur noch sehr wenige Hersteller übrig. Mögliche Engpässe, zum Beispiel aufgrund von Produktionsfehlern, können dann nicht mehr aufgefangen werden.

Wie kann die Apotheke helfen?

Die Apotheke kann:

  • ein wirkstoffgleiches Arzneimittel beschaffen, wenn verfügbar.
  • mit einer anderen Dosierung arbeiten, wenn pharmazeutisch zulässig. Anstelle einer verschriebenen Ibuprofen 800 mg müssen Sie als Patient dann beispielsweise zwei Ibuprofen 400 mg einnehmen.
  • den Arzt wegen eines neuen Rezeptes für einen anderen Wirkstoff kontaktieren, wenn ein solcher verfügbar und pharmazeutisch angezeigt ist.
  • persönlich und individuell beraten und den Patienten über die Situation aufklären.

Was können Sie als Patient tun?

Patienten sollten:

  • sich frühzeitig um Nachschub kümmern, wenn regelmäßig Arzneimittel eingenommen werden müssen. So bleibt Arzt und Apotheke gegebenenfalls mehr Zeit, um eine passende Alternative zu finden.
  • den Lieferengpass ihrer Krankenkasse melden.
  • Politikerinnen und Politiker in den örtlichen Wahlkreisbüros über die Missstände informieren.

Wie könnte eine Lösung aussehen?

  • Das Thema ist in der Politik angekommen. Einige der geäußerten Ideen gehen in die richtige Richtung, z. B. die Verpflichtung der Gesetzlichen Krankenkassen, bei Rabattvertragsausschreibungen mindestens drei Hersteller zu berücksichtigen.
  • Das gilt auch für den Vorschlag, Anreize dafür zu schaffen, Produktionen aus asiatischen Ländern zurück nach Europa zu verlegen.
  • Grundsätzlich gilt: Alleine 2019 haben die Gesetzlichen Krankenkassen durch die Rabattverträge mehr als 4 Milliarden Euro eingespart. Hinzu kommen Rücklagen der Gesetzlichen Krankenkassen und des Gesundheitsfonds in Höhe von rund 31 Milliarden Euro. Geld, das sinnvoll für die Patienten eingesetzt werden könnte – gerade jetzt.

Weitere Informationen unter: www.apotheken-helfen.de

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