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Die Pfefferminze

Arzneipflanze des Monats

Das Anwendungsfeld der Pfefferminze ist vielseitig: Bei Kopfschmerzen, Erkältungskrankheiten oder Verdauungsbeschwerden können die Wirkstoffe Linderung bringen.

Erscheinungsbild

Die Pfefferminze (Mentha piperita L.) aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) wird 50 bis 90 cm hoch. Der meist kahle Stängel ist häufig violett unterlaufen und die Blätter duften beim Zerreiben charakteristisch nach Menthol. Die Blüten der Pfefferminze sind blassrot bis violett gefärbt.

Inhaltsstoffe

Pfefferminzblätter enthalten ein ätherisches Öl, dessen Zusammensetzung stark vom Zeitpunkt der Ernte abhängt. Als Hauptbestandteile sind Menthol, Menthon und Menthylacetat zu nennen. Ferner enthält die Pflanze Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren und Flavonoide.

Anwendung

Medizinisch verwendet werden die Blätter der Pfefferminze und das daraus gewonnene ätherische Öl. Sogenannte Minzöle wie z.B. das Japanische Pfefferminzöl, zeichnen sich durch einen hohen Mentholgehalt aus und werden aus in China, Indien und Brasilien kultivierten Unterarten der Ackerminze gewonnen.
Pfefferminzblätter und das ätherische Öl besitzen eine krampflösende und blähungstreibende Wirkung und führen zu einer Steigerung der Gallensekretion. Pfefferminztee eignet sich daher zur Behandlung von krampfartigen Beschwerden im Magen- und Darmbereich, Verdauungsbeschwerden und Blähungen.
Das insgesamt stärker wirkende Pfefferminzöl wird auch äußerlich zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen, bei Muskel- und Nervenschmerzen, Mundschleimhautentzündungen und Erkältungskrankheiten verwendet. Innerlich findet es meist in Kombination mit anderen Pflanzenauszügen beim Reizdarmsyndrom Anwendung. Pfefferminzöl selbst besitzt keine abschwellende Wirkung auf die Nasenschleimhaut, jedoch wird bei Schnupfen das Gefühl einer besseren Nasenatmung vermittelt, was auf die kühlende Wirkung des Menthols zurückzuführen ist.
Zubereitungen aus der Pfefferminze werden weit verbreitet auch in kosmetischen Präparaten (Zahnpasta, Mundwasser, Körperpflegeprodukte) oder als Gewürz in der Lebensmittel- und Süßwarenindustrie eingesetzt.

Pfefferminze wird angewendet bei:

  • Verdauungsbeschwerden, Blähungen (innerlich)
  • Gallenbeschwerden (innerlich)
  • Reizdarmsyndrom (innerlich)
  • Spannungskopfschmerz (äußerlich)
  • Mundschleimhautentzündung (äußerlich)
  • Erkältungskrankheiten, Schnupfen (äußerlich)
  • Muskel-, Nervenschmerzen (äußerlich)

Teezubereitung

Ein Esslöffel (ca. 1,5 g) getrocknete und zerkleinerte Pfefferminzblätter werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen, abgedeckt und nach 10 Minuten abgeseiht. Für medizinische Zwecke sollte nur Tee verwendet werden, dessen Qualität dem Arzneibuch entspricht.

Hinweise

  • Wenden Sie mentholhaltige Präparate bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Hals- und Gesichtsbereich oder zur Inhalation an!
  • Pfefferminzpräparate nicht anwenden bei gastroösophagaler Refluxkrankheit oder Sodbrennen!
  • Durch die entspannende Wirkung auf die Muskulatur des Magen-Darm-Trakts kann vermehrt säurehaltiger Magensaft in die Speiseröhre vordringen.
  • Wenn Sie an Gallenstein- oder Lebererkrankungen leiden, sollten Sie vor der Anwendung Ihren Arzt befragen!
  • Durch die Förderung der Gallensekretion können Koliken ausgelöst werden.
  • Das ätherische Öl nicht auf verletzte Haut oder im Augenbereich auftragen!
  • Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche anhalten oder immer wiederkehren, sollte ein Arzt zur Abklärung der Ursachen zu Rate gezogen werden.
  • Pfefferminzpräparate können selten allergische Reaktionen auslösen.

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