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Die ersten Tage nach der Geburt

Tipps aus der Apotheke

Geburtsverletzungen brauchen Zeit zum Heilen und jeder Heilungsprozess ist sehr individuell! Im Wochenbett sollten Sie sich daher, soweit es möglich ist, besonders schonen und umsorgen lassen. Dann können auch Verletzungen, wie Risse entlastet werden und dadurch optimal verheilen.

Bei Schwellungen und Hämatomen wirkt das Auflegen von Arnika Wundtüchern (WALA) kühlend und durch die Arzneipflanze Arnika wundheilend und entzündungshemmend. Es gibt zwar keine Studien, die den wundheilungsfördernden Effekt der Tücher bestätigen, dennoch empfinden viele unserer Kundinnen die Anwendung als sehr wohltuend und entlastend.

Auch Sitzbäder bieten eine Möglichkeit, den Heilungsverlauf zu verbessern. Gerbstoffhaltige Zusätze wie im Tannolact Badezusatz dichten die oberste Hautschicht ab und bilden so eine Schutzschicht gegen Reizstoffe wie z.B. Urin. Zudem wirken sie schmerzstillend und entzündungshemmend. Pflanzliche Zusätze aus Eichenrinden-Extrakt sind eine gute Alternative bei ähnlicher Wirksamkeit. Möchten Sie ein Sitzbad anwenden, füllen Sie ca. 25 l Wasser mit einer Temperatur von ungefähr 37° C in eine Schüssel, fügen Sie den Badezusatz hinzu und baden Sie so den Wundbereich nicht länger als 15 Minuten. Praktische Sitzbad-Einsätze für die Toilette bekommen Sie ebenfalls bei uns in der Apotheke.

Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt kann sich das Sitzen aber noch unangenehm anfühlen. Dann können einfache Spülungen mit lauwarmen Wasser oder verdünntem Kamillentee bei jedem Gang zur Toilette angewendet werden. Sie lindern das Brennen, indem der Urin verdünnt wird und so die offene Hautstelle nicht gereizt wird. Tun Ihnen die Spülungen gut und Sie möchten Sie regelmäßig anwenden lohnt sich vielleicht die Anschaffung einer sogenannten Po-Dusche.

Kaiserschnittnarben pflegen

Kaiserschnittnarben bedürfen in der Regel übrigens keiner speziellen Wundbehandlung. Hier ist die wichtigste Maßnahme für eine optimale Heilung, dass das Gewebe anfangs möglichst gut geschont wird. Das bedeutet für die Wöchnerin: möglichst wenig heben, viel Ruhe im WochenBETT und gegen Reibung an der Kleidung die Naht mit einer dickeren Kompresse abdecken. Nach frühestens sechs Wochen, wenn die Fäden gezogen oder sich aufgelöst haben und Ihre Hebamme grünes Licht gibt, kann mit der Narbenpflege begonnen werden.

Hier ist die Anwendung spezieller Narbengele umstritten, kann aber laut der Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft zur Vorbeugung von wulstigen Narben angewendet werden. Hier sind besonders Gele auf Silikonbasis, z.B. Kelo-cote Silikongel oder mit Zwiebelextrakt (Contractubex) zu empfehlen. Damit das Narbengewebe beweglicher, flacher und blasser wird ist dabei die tägliche konsequente Massage (ca.  5 Minuten) mit mäßigem Druck besonders wirksam. Täglich angewendet verblasst die Narbe nach und nach über die nächsten Wochen bis Monate. Erst nach ca. einem Jahr ist die Narbenbildung komplett abgeschlossen. Solange kann es auch dauern bis das Taubheitsgefühl um die Narbe anhält.

Hilfe bei Schmerzen: diese Schmerzmittel sind in der Stillzeit erlaubt

Oft merken wir in den Beratungsgesprächen mit unseren frischgebackenen Müttern, dass das Thema Schmerzmittel in der Stillzeit für Verunsicherungen sorgt. Zu Recht sind viele Mütter besorgt, dass mit einer eingenommenen Schmerztablette auch ihr Baby zu Schaden kommt. Es gibt aber durchaus Schmerzmittel, die sicher während der Stillzeit eingenommen werden können. Die Konzentration des Schmerzmittels, das in der Muttermilch ankommt ist dann so gering, dass keine Auswirkungen beim Baby zu erwarten sind.

Es gibt außerdem kleinere Studien zum Einsatz während der Stillzeit, die die unbedenkliche Einnahme bestätigen. Und da Geburtsverletzungen oder Nachwehen gerade in den ersten Tagen nach der Geburt durchaus schmerzhaft ein können, ist eine Schmerzmedikation für die Mutter eine große Erleichterung und damit sehr sinnvoll. Dabei soll der Zweck der Einnahme natürlich nicht sein, dass Sie möglichst schnell wieder den Haushalt schmeißen, sondern dass ein entspanntes und schmerzfreies Kennenlernen mit Ihrem Neugeborenen möglich ist!

Als Mittel der Wahl in der Stillzeit sollte Ibuprofen eingenommen werden. Es wirkt schmerzlindernd und gleichzeitig entzündungshemmend, was bei Geburtsverletzungen besonders gut hilft. Als Alternative (z.B. bei Unverträglichkeiten) ist aber auch Paracetamol möglich. Dies sind übrigens beides Schmerzmittel, die auch dem Baby schon bei Fieber verschrieben werden können.

In welcher Dosierung und wie lange Sie ein Schmerzmittel einnehmen sollen, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.